Marcumar-Patient
Marcumar-Patient


Ich bin aufgrund einer Herzerkrankung seit langer Zeit Marcumar-Patient und kann den aktuellen INR-Wert mit einem eigenen Messgerät selbst messen. Bei mir liegt der INR-Wert im Mittel bei 2,5. Wäre es erforderlich, vor den Injektionen das Marcumar abzusetzen bzw. den INR-Wert zu reduzieren?


Aus Sicherheitsgründen können wir bei Patienten unter Marcumar keine wiederholte Injektionsbehandlung in tiefe Gewebsschichten vornehmen, wie sie bei uns im Übrigen standardmäßig durchgeführt wird.

Das Absetzen von Marcumar wäre ebenfalls ein Sicherheitsrisiko, sofern die Marcumar-Behandlung wegen Ihrer Herzerkrankung und dadurch erhöhtem Infarkt-, Embolie- oder Thrombose-Risiko dringend erforderlich ist. Auch eine Dosisverringerung von Marcumar wäre in diesem Fall ein nicht kalkulierbares Risiko, das bei einer planbaren und nicht lebens- oder organ-rettenden Behandlung nicht wirklich zu rechtfertigen wäre. Ein thrombotischer Herzinfarkt zum Beispiel führt fast immer zum Herzstillstand und ist in der Regel auch nicht reanimierbar.

Eine andere Situation läge vor, wenn Sie zum Beispiel aufgrund Ihrer langjährigen Schmerzerkrankung und infolge der damit verbundenen Medikamenten-Einnahme bereits einen Nierenschaden davongetragen hätten, der bei weiter fortgesetzter Medikamenten-Behandlung eine sehr ungünstige Organ-Prognose hätte in Richtung Dialyse und Transplantation.

In einem solchen Fall könnte eine Risiko-Abwägung eine längerfristige Injektionsbehandlung unter streng kontrollierter Dosisreduktion von Marcumar rechtfertigen, sofern mit einer solchen Behandlung nieren-schädigende Medikamente zukünftig sicher vermieden werden können und damit zugleich auch Dialyse und Transplantation.