Migräne bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Migräne bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten


Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehören aktuell zu den häufigsten Auslösern von Migräne und migräne-artigen Kopfschmerzen.



Nach unseren Erkenntnissen können Nahrungsmittelunverträglichkeiten Migräne und migräne-artige Kopfschmerzen prinzipiell nur auslösen auf der Grundlage von
Entzündungsvorgängen im Bereich von Genick und oberer Brustwirbelsäule. Beide Regionen stehen mit der Migräne-Entwicklung  in ursächlichem Zusammenhang.

Wegen der zunehmenden Bedeutung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten wollen wir im Folgenden den Versuch unternehmen, etwas Licht ins Dunkel der sehr komplizierten Zusammenhänge zu bringen unter Berücksichtigung neuerer experimenteller und eigener klinischer Daten und dabei einzelne Aspekte etwas ausführlicher beleuchten.
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu liegen gegenwärtig leider noch weit unterhalb des medizinisch Wünschenswerten.





Die häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Zu den bekanntesten Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehören die Milchzucker- und Fruchtzucker-Unverträglichkeit (Lactose-Intoleranz und Fruktose-Intoleranz) sowie die Histamin-Unverträglichkeit. Am häufigsten jedoch sind Unverträglichkeitsreaktionen auf Kuhmilch und Kuhmilchprodukte, auf gluten-haltige Getreide (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer u.a.) (Gluten-Intoleranz) sowie auf Hühnereiweiß.

Mindestens 40% der Bevölkerung leiden nach Schätzungen von Experten an Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Nach unseren eigenen Daten leiden von den langjährigen Migräne- und Kopfschmerzpatienten fast 60% unter klinisch bedeutenden Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die migräne-artige Kopfschmerzen und deren Begleitsymptome hervorrufen können.





Verwirrende Vielfalt unterschiedlicher Mechanismen

Man unterscheidet toxische Unverträglichkeiten (z.B. Pilzvergiftungen, Fisch- und Fleischvergiftungen) und nicht toxische Unverträglichkeiten.

Zu den nicht toxischen Unverträglichkeiten gehören die immunologischen Reaktionen (Reaktionen unter direkter Mitwirkung des Immunsystems), darunter die echten Nahrungsmittel-Allergien, die aber nur ca. 2% bis 3% aller Unverträglichkeitsreaktionen ausmachen, und die Gluten-Unverträglichkeit.

Zu den nicht immunologischen Reaktionen gehören die Milchzucker- und Fruchtzucker- sowie Histamin-Unverträglichkeiten, die auf angeborenen, häufiger jedoch erworbenen Enzym-Defiziten (Enzymopathien) beruhen. Das heißt, dem Körper fehlen die Enzyme, die er braucht, um Milchzucker oder Fruchtzucker oder Histamin zu spalten, oder er hat nicht genug Enzyme dafür zur Verfügung. Ebenfalls zu den nicht immunologischen Unverträglichkeiten gehören die direkten Reaktionen auf sogenannte biogene Amine in Tomaten, Schokolade, Käse, Bananen, Nüssen (Tryptamin, Phenylethylamin, Tyramin, Serotonin), sowie auf Glutamate (Geschmacksverstärker) und Coffein.

Schwerwiegende Symptome können auch die zu den nicht immunologischen Reaktionen zählenden pseudoallergischen Reaktionen auslösen. Sie können durch Inhaltsstoffe in Früchten (Erdbeeren, Äpfeln, Aprikosen), durch Konservierungsstoffe wie Benzoesäure, durch Säuerungsmittel, Farbstoffe und Emulgatoren ausgelöst werden. Schwerwiegende, zum Teil tödlich verlaufene pseudoallergische Reaktionen sind von Acetylsalicylsäure (ASS) bekannt geworden. Die Symptome der pseudoallergischen Reaktion können sich wie bei einer echten Allergie entwickeln und haben auch einen vergleichbaren Verlauf.





Besonderheiten bei Patienten mit Migräne und Spannungskopfschmerzen

Langjährige Migränepatienten und Patienten mit Spannungskopfschmerzen haben nach häufigem Gebrauch peripher wirksamer Schmerzmittel (NSAR-Präparate), sei es als Einzelpräparate oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen nicht selten weitreichende Probleme im Zusammenhang mit Nahrungsmittel-unverträglichkeiten. Das heißt, die von Nahrungsmittelunverträglichkeiten ausgelösten migräne-artigen Kopfschmerzen sind Symptome einer Darm-Funktionsstörung mit sehr komplexen, bisher wenig bekann-ten Zusammenhängen.

NSAR-Präparate sind Nicht-steriodale Anti-Rheumatika. Das bedeutet, sie enthalten kein Cortison (nicht-steroidal) und sind wirksam gegen schmerzhaft entzündliche rheumatische Erkrankungen z.B. der Gelenke, aber auch gegen Schmerzen in anderen Geweben. Die gegen Kopfschmerzen am häufigsten verwendeten Präparate dieser Art sind Acetysalicylsäure (ASS), Ibuprofen, Paracetamol. Sie alle sind sogenannte Prostaglandin-Synthesehemmer.

Langjähriger und häufiger Gebrauch von Prostaglandin-Synthesehemmern führt zu einer primären Schädigung des Magens und oberen Dünndarms. Was diese Medikamente im Gewebe an Schmerzlinderung oder Schmerzbefreiung bewirken, können sie entsprechenden Schaden in Magen und Darm anrichten.

Prostaglandin-Synthesehemmer können die von den Gewebs-Prostaglandinen des Typs E2 ausgelösten schmerzhaften Entzündungen in den meisten Fällen wirksam unterdrücken und gleichzeitig auch die damit verbundenen Schmerzen. In Magen und Darm dagegen, wo vor allem Prostaglandine des Typs E1 gebildet werden, wirken diese Prostaglandine entzündungshemmend. Wenn deren Synthese gehemmt wird, verlieren Magen und Darm diesen Entzündungsschutz. Da nach oraler Einnahme von Schmerzmitteln die höchsten Konzentrationen im Magen und im oberen Dünndarm (Duodenum, Jejunum) auftreten, ist dort auch deren schädigende Wirkung am größten.





Wichtige Dünndarmfunktionen

Die Schleimhaut des oberen Dünndarms erfüllt wichtige Organ-Funktionen, darunter die Kohlenhydrat-Spaltung, die Produktion von Histamin spaltendem Enzym (Diaminooxydase (DAO)). Sie beherbergt einen Teil der Darmkeime, die unter anderem als Energielieferanten für die Darmschleimhaut (Fettsäuren-Produktion) sowie als Vitamin-Produzenten (B1, B2, B6, Folsäure, B12, Vitamine H und K) in Erscheinung treten und die zugleich die Barrierefunktion des Darms gegenüber evtl. krankheits-erzeugenden Fremdkeimen sicherstellen. Diese Funktionen gelten im Übrigen für alle Darmabschnitte, insbesondere auch für den Dickdarm. Die Bedeutung der natürlichen Darmkeime für den menschlichen Organismus wird an zwei Zahlen deutlich: Die Gesamtsumme aller menschlicher Zellen wird auf ca. 1013 (zehn Billiarden), die Zahl der Darmkeime auf mehr als 100 Billiarden bis eine Trilliarde (1015) veranschlagt. Die Bedeutung des Darms für den menschlichen Organismus insgesamt wird mit dem Ausmaß seiner Oberfläche erkennbar: ca. 500 Quadratmeter.

Der obere Dünndarm ist neben seinen anderen Funktionen zugleich auch eines der Trainingszentren der Immunabwehr, deren Leistungsfähigkeit nicht zuletzt von der Leistungsfähigkeit der Darmschleimhaut und ihrer Umgebung abhängt. Mehr als 80% unserer zellulären Immunabwehr ist im Darm und um den Darm herum angeordnet, ca. 30% davon entfallen auf den oberen Dünndarm.





Darm-assoziierte Immunabwehr

Die Rolle der im und um den Darm herum angeordneten (Darm-assoziierten) Immunabwehr bezieht sich auf die Abwehr von Keimen: Viren, Bakterien und Pilzen sowie von Parasiten, aber auch von Unverdaulichem und von Schadstoffen z.B. von Nahrungsbestandteilen und Molekülen, die für den Organismus gefährlich sind oder ihm gefährlich werden könnten. Diese Wächterfunktion ist zugleich trainingswirksam für das Immunsystem. Allerdings nur, sofern eine intakte Darmschleimhaut geregelte Verhältnisse für die Immunabwehr bietet. Entzündliche Veränderugen, die den Darmkeimen Besiedelungsraum und Nahrungsgrundlage entziehen, die einen Rückgang der Enzymproduktion zur Folge haben, erfüllen diese Bedingungen nicht. Die Folgen: Durch schrittweisen Verlust der Barrierefunktion im Zusammenspiel von Darm und Immunsystem Übertritt gefährlicher Stoffe aus dem Darm ins Blut, teilweiser Verlust der Trainingsmöglichkeiten der Immunabwehr mit Häufung von Infekt- und Allergieanfälligkeit, erhöhte Anfälligkeit gegenüber Histamin aus der Nahrung, Abwanderung von Keimen in untere Dünndarmregionen mit schrittweise erfolgender pathologischer Veränderung der Keimzusammensetzung und der Keimzahlen, das heißt der Ausbildung einer enteralen Dysbiose und schließlich die Ansiedlung und Vermehrung krankmachender (pathogener) Keime.

Wenn Sie dazu gerne noch weitere Informationen haben möchten, rufen Sie uns einfach an oder schicken Sie uns eine E-Mail!





Krankmachende Keime

Was sich zunächst nur im Bereich des oberen Dünndarms abspielt, verlagert sich im weiteren Verlauf in den unteren Dünndarm. Die aus dem oberen Dünndarm abgewanderten Keime verändern das Milieu der unteren Abschnitte und liefern sich mit dort angesiedelten Keimen einen Verdrängungswettbewerb, in dessen Gefolge nicht nur das Darmmilieu gestört wird, sondern auch weitere Entzündungsvorgänge in Gang gesetzt werden, die Verdauungs- und Verwertungsprobleme (Maldigestion und Malabsorption) zur Folge haben. Kennzeichnend dafür sind Fett-, Eiweiß- und Kohlenhydrat-Rückstände im Stuhl von Betroffenen, obwohl sie sich völlig normal ernähren. Das kann das Auftreten und die massenhafte Vermehrung pathogener Keime begünstigen. Dabei werden viele dieser Keime erst durch ihre massenhafte Vermehrung zu pathogenen, d.h. krankmachenden Keimen. Massenhaft bedeutet dabei eine Vermehrung um das mehr als Hundert- bis mehr als Tausendfache, manchmal sogar Zehntausendfache der normalen Keimzahlen. Da die Gesamtzahl aller Darmkeime annährend konstant ist, bedeutet dies automatisch die Verdrängung anderer für den Organismus notwendiger Keime. Das macht solche Keimvermehrungsraten im Darm besonders gefährlich.

Im Gefolge von Eiweißverdauungs- und -Verwertungs-Störungen treten massenhaft Fäulniskeime im unteren Dünndarm und im Dickdarm in Erscheinung, die das nicht vollständig verdaute bzw. verwertete Eiweiß über Fäulnisprozesse verstoffwechseln. Dabei entstehen hochgiftige Stoffe, die als kurzkettige Moleküle die Darm-Blutschranke fast mühelos überwinden und ins Blut gelangen, wo sie in entzündeten und stark beanspruchten Geweben Schmerzen und Beschwerden hervorrufen können, die unter anderem auch als migräne-ähnliche Kopfschmerzen auftreten mit Übelkeit, Erbrechen, Benommenheit, Schwindel, Konzentrationsstörungen, Depressivität. Es müssen nicht immer alle Symptome gleichzeitig und in gleicher Intensität vorhanden sein. Auch Kopf- und Gesichtsschmerzen sind nicht jedes Mal in gleicher Stärke und am gleichen Ort zu beklagen.





Histamin und andere biogene Amine


Wie stark und an welchen Stellen Schmerzen und Beschwerden auftreten, ist abhängig von Art und Konzentration der giftigen Stoffe (u.a. Schwefelwasserstoff, Methan, Indol, Skatol, Histamin, Scopolamin sowie andere biogene Amine). Auch der Schmerzcharakter speziell der Kopfschmerzen kann variieren je nach dem, welche Stoffe vermehrt gebildet werden. Histamin erzeugt typischer Weise Schmerzen, die schon bei geringer Intensität klopfend/pochenden Charakter haben, außerdem kann Histamin Übelkeit und heftiges Erbrechen hervorrufen.

Histamin kann vermehrt im oberen Dünndarm entstehen, wenn in der Nahrung enthaltenes Histamin unzureichend gespalten wird als Folge des Enzymmangels (Diaminooxydase (DAO)) und es kann als Folge von Fäulnisprozessen im unteren Dünndarm und dem Dickdarm entstehen, wo mehr Histamin gebildet wird als mit der DAO des Dickdarms gespalten werden kann. Dieser Zustand wird als Histamin-Intoleranz bezeichnet. Der Verzehr stark Hinstamin-haltiger Nahrungsmittel: geräucherter Schinken, Wurst, Fisch, Fischkonserven, Meeresfrüchte, Sauerkraut, Rotwein, Käse, Essig u.a. können schwere migräne-artige Zustände hervorrufen je weniger Histamin-spaltendes Enzym im Darm zur Verfügung steht und je mehr Histamin-haltige Speisen verzehrt wurden.

Die Histamin-Intoleranz ist in der Regel erworben. Der Grad der Histamin-Unverträglichkeit kann als ein Maß für die Schädigung des Darms angesehen werden sowohl bei mangelhafter Enzymproduktion (Diaminooxydase aus dem oberen Dünndarm) als auch infolge mangelhafter Eiweißspaltung (Maldigestion), wenn Histamin und andere biogene Amine aus Fäulnisprozessen im Dickdarm freigesetzt und infolge Enzymmangels nicht entgiftet werden.

Biogene Amine aus Fäulnisprozessen im Darm ebenso wie aus Stoffwechselprozessen durch immunologische Aktivitäten können das System der Nervenbotenstoffe im Gehirn offenbar erheblich stören. So kann z.B. auch das serotinerge (vom Serotonin abhängige) System davon betroffen sein. Serotonin ist einer der wichtigsten Nervenbotenstoffe im Schmerz-Abwehrsystem und spielt bei der Entstehung von depressiven Zuständen eine ebenso wichtige Rolle. Deshalb können bei Beeinträchtigung des Serotonin-Stoffwechsels z.B. durch einen Histamin-Überschuss starke Schmerzen und Depressivität gleichzeitig auftreten.





Immunabwehr reagiert auf Nahrungsmittel

Untersuchungen über die immunologische Aktivität gegen Nahrungsmittel und Nahrungsmittelbestandteile bei Patienten mit langjähriger oder intensiver und häufig auftretender Migräne und anderer Schmerzen haben gezeigt, dass Prozesse im Darm, die auf fortschreitendem Enzymmangel (darunter auch Bauchspeicheldrüsen-Enzymen) beruhen, in der Regel mit starker Antikörperbildung der Immunzellen (Lymphozyten) einhergehen. Dies lässt sich anhand von Laboruntersuchungen feststellen.

Bei chronischen Entzündungen einzelner Darmabschnitte ist die Barrierefunktion des Darms gestört. Der Darm wird durchlässiger und Nahrungsbestandteile, darunter Eiweiße und Eiweißbestandteile, die auch aus unvollständiger Eiweißspaltung stammen können, werden von der Immunabwehr als Fremdkörper (Antigene) angesehen. Dagegen bildet sie sogenannte spezifische Antikörper, das sind Immun-Eiweiße, die sich genau gegen die Nahrungsmittel-Antigene richten. Diese als Immun-Globuline bezeichneten Antikörper (sIgG) lösen eine verzögerte Reaktion ("Immunantwort") aus im Gegensatz zur spontanen allergischen Reaktion mit IgE-Antikörpern. Einzelne Lymphozyten können bis zu 300 verschiedene Antikörper bilden, nicht nur gegen Infektionskeime, sondern auch gegen Nahrungsmittel.

Die verzögerte Immun-Reaktion auf Nahrungsmittel erfolgt frühestens nach einer halben Stunde, kann aber in selteneren Fällen auch erst zwei Tage nach der Nahrungsaufnahme auftreten.

Studien haben gezeigt, dass die verzögerte, sIgG-vermittelte Immun-Reaktion im Darm Entzündungen auslöst und bei chronischer Antigen-Belastung durch Nahrungsmittel, die nachweislich bereits eine hohe Antikörper-Produktion ausgelöst haben, auch Veränderungen an Blutgefäßen hervorrufen können.

Wenn ein durch Medikamente (NSAR-Präparate, Antibiotica, Cortison) oder durch verschiedene Nahrungsmittel-Zusatzstoffe (Konservierungsmittel, Dickungsmittel, Emulgatoren u.ä.) vorgeschädigter und entzündeter Darm noch durch häufig ablaufende Immunreaktionen auf Nahrungsmittel mit Entzündungen überzogen wird, kann sich daraus leicht ein Teufelskreis entwickeln, in dessen Gefolge bei Labortests immer mehr Nahrungsmittel mit gefährlich hohen Antikörper-Spiegeln (sIgG) auffallen.

Wenn Sie dazu noch  ergänzende Fragen  haben, rufen Sie uns einfach an oder schicken Sie uns eine E-Mail.





Bedeutung des tatsächlichen Frischegrades von Nahrungsmitteln

Unverträglichkeitsreaktionen können sich nicht nur auf Milch, Getreide oder Eier beziehen, sondern auch andere Nahrungsmittel des täglichen Konsums wie Fisch und Fleisch oder Gewürze wie z.B. Vanille betreffen. Dabei scheint vor allem der tatsächliche Frischegrad von Nahrungsmitteln eine bedeutende Rolle zu spielen.

Ernte-, fang- und schlachtfrische sowie produktionsfrische Nahrungsmittel, die frisch zubereitet werden, scheinen weit weniger problematisch als Nahrungsmittel, die diese Anforderungen nicht erfüllen. Der Verzehr von Nahrungsmitteln, die nicht mehr frisch sind, sei es, dass sie schon beim Einkauf nicht wirklich frisch waren oder nicht frisch zubereitet oder falsch und zu lang aufbewahrt oder wieder aufgewärmt wurden, können schwere migräne-artige Kopfschmerzen auslösen.

Zahl, Intensität und Ausprägung der Begleit-Symptome dieser Kopfschmerzen ist abhängig von der aktuell aufgenommenen Nahrungsmittelmenge und der Zahl der Nahrungsmittel bzw. Nahrungsmittelbestandteile, die nachgewiesenermaßen Immun-Reaktionen auslösen können sowie von der Menge der dafür aktuell vorhandenen Antikörper.





Beispiele für Nahrungsmittelunverträglichkeiten


Pizza mit Salami, Sardellen und Gorgonzola, dazu Rotwein kann zu folgenden Problemen führen:

Immun-Reaktion auf Weizen, zusätzlich Reaktion auf Histamin in Salami, Sardellen und Rotwein sowie auf Tyramin im Käse.

Mögliche Folgen: Drückend pochend/klopfende Kopfschmerzen in Stirn und Schläfen, Druck im ganzen Kopf, evtl. Herzklopfen, starke Benommenheit, Abgeschlagenheit, Konzentrations-Störungen, Depressivität, Übelkeit, häufiges Erbrechen ca. eine halbe bis eine Stunde nach der Mahlzeit einsetzend.

Beschwerdedauer ein bis zwei Tage.


Kohlrouladen mit Hackfleischfüllung

Hackfleisch Samstag morgen beim Metzger gekauft, im Autokofferraum verstaut, danach Einkaufsbummel bis kurz vor Mittag, anschließend Zubereitung und Mittagessen. Übriggebliebene Rouladen im Kühlschrank aufbewahrt, am folgenden Montag aufgewärmte Kohlrouladen mittags gegessen.


Mögliche Folgen: Massive Übelkeit mit Erbrechen ca. eine dreiviertel Stunde nach der Mahlzeit, heftige migräne-artige Kopfschmerzen, Benommenheit, Schwindel, Müdigkeit, Depressivität, Gliederschmerzen, Frösteln, gegen Abend Durchfall.

Kopfschmerzdauer zweieinhalb Tage.






Problem-Lösungen

1. Laboruntersuchung auf speziell IgG4-vermittelte Immun-Reaktionen gegen Nahrungsmittel

2. Bei Verdacht bzw. zum Ausschluss einer Histamin-Unverträglichkeit: Histamin-Bestimmung in Stuhl und Urin

3. Bei Verdacht bzw. zum Ausschluss einer Milchzucker- oder Fruchtzucker-Unverträglichkeit: Atemgas-Tests

4. Ernährungsumstellung: ***
      • Auslass-Diät gegenüber allen Nahrungsmitteln mit hohem sIgG4-Antikörper-Titer
      • Rotations-Diät mit allen verbliebenen Nahrungsmitteln mit niedrigem sIgG4-Antikörper-Titer
      • Von Vielem etwas, von Nichts zuviel
      • Abendmahlzeit frühzeitig einnehmen, nur kleine Menge, keine Rohkost am Abend
      • Verderbliche Nahrungsmittel grundsätzlich frisch kaufen, frisch zubereiten und sofort konsumieren
      • Nichts Verderbliches aufheben
      • Bio-Nahrungserzeugnisse bevorzugt kaufen
        Vorsicht: Bio-Erzeugnisse sind in der Regel leichter verderblich, da Konservierung dort verboten ist


        ***  Intensive Beratung zu allen Fragen der Ernährungsumstellung 
               führen wir im Rahmen unserer 
        Patienten-Trainings-Seminare  und in Einzelgesprächen 
               parallel zur laufenden Migräne-Behandlung durch.


        Näheres dazu erfahren Sie auch in unserer  
Schmerz-Analyse.