Migräne entwickelt sich nach unseren Erkenntnissen aus dem Genick, die Aura aus der oberen Brustwirbelsäule. Die unglaubliche Nervendichte beider Regionen und ihre direkten Verbindungen zu Rückenmark, Gehirn und Hirngefäßen erklärt die starke Anfälligkeit des Systems gegenüber akuten Fehldrehungen und Blockierungen ihrer Wirbelketten.
Migräne-Induktion
In vielen Fällen entwickeln sich Migräne-Anfälle aus einer akuten Verdrehung und Blockierung des ersten Halswirbels im Genick. Schmerzen im seitlichen Hinterkopf sind sehr häufig erste Anzeichen des beginnenden Anfalls.
Mit Hilfe spezieller Röntgenaufnahmen lassen sich die Verhältnisse eindeutig klären. Bei Migräne-Patienten ist der Wirbel im Anfall regelmäßig gedreht und geneigt. Auch außerhalb der Anfälle ist dieses Phänomen häufig zu beobachten.
Extreme Schmerzempfindlichkeit bei Druck auf die Querfortsätze des Wirbels ist ein sicheres diagnostisches Zeichen für die Betroffenheit des Genicks bei der Anfalls-Induktion.
Fehldrehung und Blockierung des ersten Halswirbels
Fehldrehung und Blockierung des ersten Halswirbels können bereits nach wenigen Minuten erste entzündliche Reaktionen im umliegenden Gewebe erzeugen (1), die sich im weiteren Verlauf auf größere Gewebsareale ausdehnen (2) und darin liegende Nerven schmerzhaft reizen. Durch vermehrte Produktion von Entzündungseiweißen aus diesen Nerven wird das Übergreifen der Entzündung auf anfallsauslösende Nerven provoziert (3). Das Entzündungsgeschehen spielt sich in der Regel auf beiden Seiten des Genicks ab, meist jedoch mit unterschiedlicher Intensität.
Die von der Entzündung stärker betroffene Seite ist die Anfallsseite. Bei Seitenwechsel - in der Regel durch Drehung des ersten Halswirbels in die andere Richtung - entwickelt sich der Anfall nach dem selben pathologischen Muster auf der anderen Seite. Dazu können vor allem Kopf- und Körperfehlhaltungen in der Nacht beitragen. Dies erklärt auch, warum viele Patienten den Wechsel der Anfallsseite nachts oder in den frühen Morgenstunden erleben.
Migräne-Entwicklung aus dem Genick
Im Migräne-Anfall verändert sich das Blutverteilungsmuster im Gehirn durch Störung seiner eigenständigen Regulation. Nervenzentren außerhalb des Gehirns können die Hirndurchblutung verändern, wenn sie krankhaft erregt werden.
Das für die Migräne-Entwicklung bedeutendste Zentrum befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum Genick (2).
Bei einem akuten Bewegungsverlust des Genicks infolge Verdrehung und Einklemmung des ersten Halswirbels (3) entstehen Entzündungen (4) , die von schmerzleitenden Nerven aus der Umgebung des Genicks erzeugt werden und im Rückenmark zur Erregung des Nervenzentrums im Genick (2) führen. Daraus entwickeln sich nicht nur Migräneschmerzen, sondern infolge Minderversorgung einzelner Hirnareale (1) auch die Begleitsymptome einer Migräne: Benommenheit, Licht- und Lärmscheu, Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen, Merk- und Konzentrationsstörungen, Wortfindungsstörungen.
Störungen von Hirnfunktionen durch Deformationen der Wirbelketten der oberen und mittleren Brustwirbelsäule (T1 - T6)
Deformationen von Wirbelketten, Verdrehungen und Knickungen einzelner Wirbel (1.1) sowie Wirbelgleiten können im Zusammenhang mit Körperfehlhaltungen (1.2) in gelenksnahen Bereichen der Wirbelsäule Entzündungen auslösen (2). Dadurch kommt es im Rückenmark zu hochgradiger Erregung von Nerven (3), die ihrerseits ein Nervenzentrum im Genick erregen (Ganglion cervicale superius). Nerven dieses Zentrums (4) sind maßgeblich an der Steuerung der Hirndurchblutung beteiligt. Seine Erregung führt prinziell zur Minderdurchblutung bestimmter Hirngefäße (5).
Messungen beim Menschen im Migräne-Anfall haben ergeben, dass in einzelnen Hirnarterien der Blutfluss um mehr als die Hälfte sinkt. Die Folge können Störungen von Hirnfunktionen sein wie Sehstörungen (6), Licht- und Lärmscheu, Merk- und Konzentrations-Störungen, Wortfindungs-Störungen, Empfindungs-Störungen, Bewusstseinstrübungen und Lähmungen. Ein Teil dieser Beschwerden können auch als Aura-Symptome auftreten.